Es ist schon bemerkenswert: Künstliche Intelligenz wird dafür sorgen, dass wir uns noch häufiger über nichtige Themen aufregen, über Virtuelles, über Aussagen und Aktionen, die so nie passiert sind. Unsere Aufmerksamkeit wird gebunden, während parallel unsere Macht- und Eigentumsverhältnisse neu geordnet werden.
Wir verlieren erst unsere Arbeitskraft, indem viel Denkarbeit, Mustererkennung und Verwaltung von Maschinen erledigt wird, bald darauf die Kaufkraft, weil wir ja nicht mehr bezahlt werden müssen. Im aktuellen sozialkalten Klima kaum vorstellbar, aber irgendeine Art arbeitsunabhängiger Grundeinkommen wird es geben müssen, solange wir keine Konsumgüter an Roboter verkaufen können.
Schließlich war die Verfügbarkeit von Konsumgütern einmal das, was uns den Kapitalismus schmackhaft machen konnte: mehr Genuss, mehr Müßiggang, mehr Komfort. Nur muss diese hedonistische Seite durch calvinistische Arbeitsmoral im Zaum gehalten werden. Wo kämen wir hin, wenn die Leute entweder nur Arbeiten oder nur Konsumieren würden.
Natürlich gibt es diese Extreme nie in Reinform, aber die Diskussionen aus dem konservativen Spektrum klingen wieder sehr nach Mehrarbeit statt 4-Tagewoche. Aber statt uns auf Produktivitätssteigerung konzentrieren wir uns auf Rendite, statt solidarisch die Früchte guter Arbeit zu verteilen, lassen wir deren Anhäufung zu, bis sie unter ihrem Eigengewicht verfaulen.
Also wo soll die Reise hingehen? Wir kriegen den KI-Dschinni nicht wieder los, unabhängig davon, wer ihn kontrolliert, wird er die Welt verändern. Aber wir haben immer noch die Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen, wie diese Welt aussehen wird. Am Ende geht es allen am besten, wenn es Keinem schlecht geht, lasst euch da nichts anderes erzählen! Zum Einen führen die Alternativen zu Streit, Konflikt und Leiden, zum Anderen ist es wirklich nicht schwer, es in unserer reichen Gesellschaft allen gut gehen zu lassen.
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