Sonntag, 29. März 2026

Die gasreiche Gas-Reiche.

Erinnert ihr euch noch an 2022? Eine einzelne Person brach einen Krieg vom Zaun und in Folge geriet unsere Energieversorgung ins Wanken. Die damalige Regierung führte Energiepauschalen, Heizkostenzuschüsse, Kinderboni ein, senkte die Kraftstoffsteuer und führte das 9-Euro-Ticket ein. 

Sprung ins Jahr 2026: Eine einzelne Person bricht einen Krieg vom Zaun und in Folge gerät unsere Energieversorgung ins Wanken. Die aktuelle Regierung ... will die Mehrwertsteuer erhöhen?!

Da sag nochmal jemand, unsere Wahlergebnisse würden keinen Unterschied machen. 

Man kann sich immer vortrefflich über die Regierung aufregen, egal was sie tut. Wirtschaftsministerin Reiche betreibt in dem Fall nicht nur Arbeitsverweigerung, sie sabotiert in Altmaier-Manier die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Wie schon viel zu oft in den letzten Jahrzehnten führt der CDU-Reflex der Bewahrung alter Techniken nur dazu, dass Deutschland in einer Scheinwelt verharrt, während sich die Welt um uns weiterdreht. 

Die meisten Industrieländer setzen inzwischen großflächig auf Wärmepumpen, allein aus dem Grund, das es nicht viele gasfördernde Länder gibt. Deutschland dagegen will weiter auf die Gastherme setzen und die Förderlücke mit Fracking schließen. Das ist so blöd, wie es klingt!

Als einzelne (Privat-)Person kann man hier wenig ausrichten. Während jedoch Hausbesitzer relativ freie Hand haben, sind Mieter i.d.R. von der Entscheidung ihres Vermieters abhängig. Wenn diese nun eine Gastherme einbauen, in 10 Jahren aber nicht nur der Gaspreis weiter gestiegen ist, sondern vor allem die Netzumlage sich vervielfacht hat, muss diese Mehrkosten der Mieter tragen. Der Vermieter hat dagegen Investitionskosten gespart. Daran soll das neue Gebäudeenergiegesetz nichts ändern. 

Was man als Individuum aber machen kann: Informiert euch über die Pläne eures Vermieters, informiert eure Nachbarn, vernetzt euch und lasst euch nicht von Bild und Co. erzählen, wie vernünftige Energiepolitik aussieht. Denn Springer gehört zu großen Teilen KKR, welche wiederum massiv in fossile Technologien investieren.

Falls sich noch jemand wundert, warum die Ampel so unbeliebt war, aber die CDU immer noch über 25% hat. 

Sonntag, 15. März 2026

KI-Eingebungen

Forscher haben herausgefunden, dass KI-gestützte Schreibtools in der Lage sind, die Meinung seiner Nutzenden zu manipulieren.

Das ist noch nicht überraschend, aber die Betroffenen merkten es nicht mal. Weder dass die von der KI-vorgeschlagenen Texte einen sogenannten Bias, eine vorurteilsbehaftete Verzerrung, hatten, noch, dass sich ihre eigene Meinung durch die Texte bereits etwas verändert hatte.

Wer nun denkt, man selbst wäre davon nicht betroffen, da er derartige Tools nicht verwendet, irrt leider: Auch die Menschen, die diese KI-generierten Texte gar nicht selbst verwendeten, sondern nur zu Gesicht bekamen, zeigten nach dem Experiment entsprechende Meinungsverschiebungen.

Außerdem lesen wir wieder so viel wie nie zuvor, wenn auch in bedeutend kleineren Häppchen. Ein Text dieser Länge könnte für viele schon das höchste der Gefühle sein. Da wird es aber schwierig, ein ausgewogenes Bild wiedergeben zu können. Das kritische Denken leidet, denn kurze Texte dienen eher dazu, Emotionen zu schüren, statt die Welt zu erklären.

Wer fühlt sich nach einer halben Stunde in den sozialen Medien wirklich schlauer oder ausgeglichener? Und wer fühlt sich sauer, wütend oder ausgebrannt?

Das hat System, denn glückliche Menschen konsumieren weniger. Ängstliche Menschen kann man einfacher zu unüberlegten Handlungen verführen.

Falls das wie eine Verschwörungstheorie klingt, muss man nur schauen, wie die meisten unserer sozialen Medien aufgebaut sind und wem sie gehören: Sie verdienen ihr Geld damit, dass wir unsere Zeit auf diesen Plattformen verbringen. Die Inhaber dieser Plattformen gehören durch die Bank zu den reichsten Menschen der Welt.

Und wenn ich etwas mit Sicherheit festhalten kann: dass man mit Menschenliebe allein nicht reich werden kann.

Quelle

https://www.scientificamerican.com/article/ai-autocomplete-doesnt-just-change-how-you-write-it-changes-how-you-think/

Samstag, 3. Januar 2026

Wo soll KI noch hinführen

Es ist schon bemerkenswert: Künstliche Intelligenz wird dafür sorgen, dass wir uns noch häufiger über nichtige Themen aufregen, über Virtuelles, über Aussagen und Aktionen, die so nie passiert sind. Unsere Aufmerksamkeit wird gebunden, während parallel unsere Macht- und Eigentumsverhältnisse neu geordnet werden. 

Wir verlieren erst unsere Arbeitskraft, indem viel Denkarbeit, Mustererkennung und Verwaltung von Maschinen erledigt wird, bald darauf die Kaufkraft, weil wir ja nicht mehr bezahlt werden müssen. Im aktuellen sozialkalten Klima kaum vorstellbar, aber irgendeine Art arbeitsunabhängiger Grundeinkommen wird es geben müssen, solange wir keine Konsumgüter an Roboter verkaufen können. 

Schließlich war die Verfügbarkeit von Konsumgütern einmal das, was uns den Kapitalismus schmackhaft machen konnte: mehr Genuss, mehr Müßiggang, mehr Komfort. Nur muss diese hedonistische Seite durch calvinistische Arbeitsmoral im Zaum gehalten werden. Wo kämen wir hin, wenn die Leute entweder nur Arbeiten oder nur Konsumieren würden. 

Natürlich gibt es diese Extreme nie in Reinform, aber die Diskussionen aus dem konservativen Spektrum klingen wieder sehr nach Mehrarbeit statt 4-Tagewoche. Aber statt uns auf Produktivitätssteigerung konzentrieren wir uns auf Rendite, statt solidarisch die Früchte guter Arbeit zu verteilen, lassen wir deren Anhäufung zu, bis sie unter ihrem Eigengewicht verfaulen. 

Also wo soll die Reise hingehen? Wir kriegen den KI-Dschinni nicht wieder los, unabhängig davon, wer ihn kontrolliert, wird er die Welt verändern. Aber wir haben immer noch die Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen, wie diese Welt aussehen wird. Am Ende geht es allen am besten, wenn es Keinem schlecht geht, lasst euch da nichts anderes erzählen! Zum Einen führen die Alternativen zu Streit, Konflikt und Leiden, zum Anderen ist es wirklich nicht schwer, es in unserer reichen Gesellschaft allen gut gehen zu lassen.  

Dienstag, 20. Mai 2025

Meta-User als KI-Futter

Kennt ihr noch diese Texte auf Facebook, die man kopieren und posten (nicht teilen!) sollte, um damit die AGBs abzulehnen und die Rechte an seinen Texten und Bildern zu behalten? Tatsächlich sehe ich solche Texte mit gewisser Regelmäßigkeit bis heute und muss mich wundern, wie Leute sich das Prinzip vorstellen. Halten die auch im Parkverbot, steigen aus und rufen, dass sie jeglichen Bußgeldbescheid nicht akzeptieren?

Nun schlägt die Stunde derer, die ihre Daten zumindest zu einem gewissen Grad vor Meta schützen wollen. Denn bis zum 26.05. muss man aktiv der Nutzung seiner öffentlichen Beiträge auf Facebook und Instagram widersprechen, damit diese nicht für das Training von KIs verwendet werden.
Warum man das tun sollte? So praktisch KI in gewissen Anwendungsfällen sein mag, so eindeutig ist es, was Konzerne langfristig damit erreichen wollen: Die Entkopplung von Fähigkeit, Wissen und Arbeitskraft. Lohnkosten schmälern den Profit. Wenn man nun Spezialisten zuverlässig durch KIs austauschen kann, profitieren davon langfristig die Shareholder. 

Aber es hört nicht bei der Arbeit auf. Zuckerberg macht kein Geheimnis daraus, dass er auch an die sozialen Beziehungen will. Der Einsamkeitsepidemie möchte er mit Chatbots begegnen. Doch damit würde das Individuum seine Einsamkeit wohl nur gegen eine weitere Abhängigkeit von einem Techkonzern eintauschen. 

Nur wäre diese Art von parasozialer Abhängigkeit in allen erdenklichen Dimensionen ausnutzbar. Wir haben den Fehler schon einmal gemacht und die Macht der sozialen Medien in die Hände weniger Oligarchen gelegt. Bei KI ist es wieder so weit, wir sollten es zumindest nicht zu einfach machen!

Samstag, 22. Februar 2025

Bundestagswahl 2025

Morgen ist ja Bundestagswahl, falls das jemand noch nicht mitbekommen hat.
Ich hätte da nur eine Bitte an euch: Wählt Parteien, die euer Leben besser machen könnten, nicht das Leben anderer schlechter. Wählt nicht mit dem Gedanken, dass man in einer Demokratie eh nichts bewegt, sondern dass unsere gesellschaftlichen Mühlen einfach langsamer mahlen. Und dass das nichts Schlechtes sein muss.
Und bitte, bitte ignoriert die Warnungen von Experten und Instituten nicht. Wir sind an einem Punkt, wo man den Leuten das Wahlprogramm ihrer Lieblingspartei vorlesen kann und es trotzdem als Fakenews abgetan wird. Wenn jemand davon spricht, dass er "Diktator am ersten Tag" sein will, glaubt ihm! Wenn jemand von "wohltemperierter Grausamkeit" spricht, glaubt ihm! Aber glaubt nicht, dass dieser Diktator in eurem Sinne handelt oder dass ihr von dieser Grausamkeit verschont bleibt.

Wählt nicht, als wärt ihr nächstes Jahr Millionär, sondern wählt, als wärt ihr nächstes Jahr behindert und arbeitslos. Denn eine Gesellschaft baut auf Solidarität auf und wird dadurch lebenswert. Ellbogengesellschaft haben wir schon genug.

Samstag, 1. Februar 2025

Shitshow

Bekommt ihr das mit, was gerade in den USA passiert? 

Die Leute hatten Trump gewählt, weil ihnen Transmenschen zuviele Rechte bekamen, die Eier zu teuer wurden und sie das Lachen von Kamala Harris nicht mochten.
Jetzt stürzt alle paar Tage ein Flugzeug ab, die Eier kosten dreimal soviel und vor allem in den ärmeren Schichten ist niemanden mehr zu lachen, weil die Lebensgrundlage entzogen wurde. 

Es ist vor allem deswegen bitter, weil unzählige Experten davor gewarnt haben, dass Trump diesmal ernst machen wird und nicht die Mittellosen, sondern die Millionäre von seinen Maßnahmen profitieren werden. 

Es zeigt halt, dass, bei aller Kritik an unseren demokratischen Systemen, es doch einen großen Unterschied macht, wen man wählt. Nur müssten wir uns gemeinsam auf die wichtigen, aber komplizierten Herausforderungen stürzen. Stattdessen reden wir seit Jahren über Migration, wo mit einfachen Maßnahmen vermeintlich viel bewegt werden kann. Dass sich damit allerdings die zugrundeliegenden Probleme nicht lösen, im Gegenteil sogar verschärfen können, will man dann natürlich nicht hören.

Mich belastet diese Verblendung. Den Leuten wird Angst vor einem "Linksruck" gemacht, als ob die Chancen des Durchschnittsbürger höher wären, Millionär statt arbeitsunfähig zu werden. Dabei bringt die CDU inzwischen Gesetze ein, die der AfD noch vor 5 Jahren zu krass gewesen wären. Und während wir im klein-klein über einzelstaatliche Lösungen streiten, können wir gerade im Eiltempo erleben, wie sich die Macht von Demokratien hin zu Konzernen verschiebt.

Ich will einfach nicht, dass es den Leuten hier in wenigen Monaten wie den Trumpwählern jetzt geht, denn von einem "Wir haben es euch gesagt" kann sich auch niemand ernähren. Falls diesen Spruch noch jemand zu hören bekommt.

Donnerstag, 26. September 2024

Jede Seele zählt

Viel zu oft habe ich im Internet gelesen, dass man den Kontakt zu Bekannten oder Familienmitgliedern abbrechen soll, wenn diese einem abwegigen Weltbild verfallen sind. 

Während ich das bei chronisch toxischen Verhalten aus Selbstschutzsicht gut verstehen kann, bin ich jedes Mal irritiert, wenn es um eine andere politische Meinung geht. Wie soll die vermeintlich fehlgeleitete Person denn wieder zur Besinnung kommen, wenn sich alle klardenkenden Menschen von ihr abwenden sollen? Dann ist sie doch am Ende erst Recht von Leuten mit abwegigen Vorstellungen umgeben. 

Beispiel Verschwörungstheorien: So anstrengend es sein kann, mit jemanden zu diskutieren, dessen Weltbild davon geprägt ist, dass eine klandestine Elite über jedes Ereignis auf der Welt Einfluss hat, so sollte es doch nicht schwer fallen, regelmäßig entsprechende Gegenbeispiele zu finden, um das Weltbild ins Wanken und die betroffene Person wieder zurück zu einer reflektierteren Sicht auf die Welt zu bringen.

Das kostet Energie und ich verstehe jeden, der derartigen Herausforderungen aus dem Weg geht. Aber gerade bei nahestehenden Personen sollte man doch nicht leichtfertig aufgeben. Ich habe noch nie von einer Sektenberatung gehört, dass man es einfach lassen und den geliebten Menschen von dannen ziehen lassen soll. So muss man sich aber den Umgang mit Verschwörungsgläubigen vorstellen: Deren Wahrheiten sind darauf aufgebaut, glaubhafte, allgemeingültige Instanzen zu diskreditieren, damit das verschwurbelte Weltbild auf fruchtbaren Boden trifft.

Ich behaupte, ein 100% gefestigtes und unumstößliches Weltbild ist die absolute Ausnahme. Mit den richtigen Fragen können immer Zweifel gestreut werden, um den Horizont wieder potenziell zu erweitern. Man muss nicht am Ende der gleichen Meinung sein, aber man sollte wenigstens wieder auf einer gemeinsamen Realität argumentieren können.