Sonntag, 15. März 2026

KI-Eingebungen

Forscher haben herausgefunden, dass KI-gestützte Schreibtools in der Lage sind, die Meinung seiner Nutzenden zu manipulieren.

Das ist noch nicht überraschend, aber die Betroffenen merkten es nicht mal. Weder dass die von der KI-vorgeschlagenen Texte einen sogenannten Bias, eine vorurteilsbehaftete Verzerrung, hatten, noch, dass sich ihre eigene Meinung durch die Texte bereits etwas verändert hatte.

Wer nun denkt, man selbst wäre davon nicht betroffen, da er derartige Tools nicht verwendet, irrt leider: Auch die Menschen, die diese KI-generierten Texte gar nicht selbst verwendeten, sondern nur zu Gesicht bekamen, zeigten nach dem Experiment entsprechende Meinungsverschiebungen.

Außerdem lesen wir wieder so viel wie nie zuvor, wenn auch in bedeutend kleineren Häppchen. Ein Text dieser Länge könnte für viele schon das höchste der Gefühle sein. Da wird es aber schwierig, ein ausgewogenes Bild wiedergeben zu können. Das kritische Denken leidet, denn kurze Texte dienen eher dazu, Emotionen zu schüren, statt die Welt zu erklären.

Wer fühlt sich nach einer halben Stunde in den sozialen Medien wirklich schlauer oder ausgeglichener? Und wer fühlt sich sauer, wütend oder ausgebrannt?

Das hat System, denn glückliche Menschen konsumieren weniger. Ängstliche Menschen kann man einfacher zu unüberlegten Handlungen verführen.

Falls das wie eine Verschwörungstheorie klingt, muss man nur schauen, wie die meisten unserer sozialen Medien aufgebaut sind und wem sie gehören: Sie verdienen ihr Geld damit, dass wir unsere Zeit auf diesen Plattformen verbringen. Die Inhaber dieser Plattformen gehören durch die Bank zu den reichsten Menschen der Welt.

Und wenn ich etwas mit Sicherheit festhalten kann: dass man mit Menschenliebe allein nicht reich werden kann.

Quelle

https://www.scientificamerican.com/article/ai-autocomplete-doesnt-just-change-how-you-write-it-changes-how-you-think/

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